Arbeitskreis Religion und Gesellschaft
Mit dem Ende der „Gefahr“, die vom Kommunismus ausging und der These S.P. Huntingtons vom Kampf der Zivilisationen, aber auch der Debatte um eine Leitkultur, wurde der Fokus auf die Differenzen zwischen den verschiedenen Kulturen und Weltreligionen gelenkt. Leider sind die Medien in allen Bereichen überladen von Berichten mit negativen Schlagzeilen über das Verhalten, den Vorstellungen und den Taten von sogenannten Angehörigen der „anderen“ Glaubensrichtungen.
Wir leben in einer Zeit, in der die Globalisierung immer schneller voranschreitet und Menschen mit den verschiedensten kulturellen und religiösen Hintergründen zusammenleben und -arbeiten.
Die Statistiken für Stuttgart zeigen auf, dass der Anteil der Bürger, die einen Migrationshintergrund haben, fast 40% der Bevölkerung beträgt. Diese Bürger pflegen natürlich oft weiterhin Ihre kultur- und religionsspezifischen Traditionen mit den dazugehörigen Werten und Normen. Laut einer Studie des Instituts für Demoskopie in Allensbach möchten knapp Dreiviertel aller Migranten diese Werte und Traditionen beibehalten, diese aber auch mit den hier in Ihrer neuen Heimat geltenden Werten und Normen verbinden.
Da die Religion nach wie vor eine übergeordnete Rolle beim „Design“ der Kultur von Völkern spielt, jedoch das Wissen der Menschen bzgl. der Glaubensinhalte seiner Mitbürger enorme Mängel aufweist, möchten wir über diese Arbeitsgruppe dazu beitragen, den Horizont und die Toleranzgrenzen der Gesellschaft zu erweitern.
Wir schließen uns nicht der These vom „Kampf der Zivilisationen“ an, sondern möchten dieser mit einem „Dialog der Zivilisationen“ entgegenwirken und durch verschiedene Themen und Projekte daran arbeiten, die Religion, kulturelle Werte und Traditionen unserer Mitmenschen besser zu verstehen, um sie folglich noch mehr respektieren zu können.

